Präventionstag

Ein Fahrsimulator auf dem Schulhof, ein Parcours aus Sportgeräten in der Turnhalle und ein abgedunkelter Aufenthaltsraum mit Mattenlandschaft, der zum „snoezelen“ einlädt – das alles zeugte von einem außergewöhnlichen Schultag an der Berufsbildenden Schule (BBS) Donnersbergkreis, Standort Rockenhausen. „Prävention“ war das Thema, und zwar in allen Facetten: ob Sucht vorbeugen, Gewalt abwenden, für die Gesundheit vorsorgen oder die Aufmerksamkeit auf die Auswirkungen von Drogen und Alkohol lenken - in unzähligen Workshops beleuchteten externe Fachleute, aber auch Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler die Thematik. Motivierende Freizeitangebote, die die Jugendlichen stärken sollen, und internationale Verpflegung rundeten die Palette ab.

 

„Schule mal anders“ betitelte Schulleiter Matthias Frietsch die Veranstaltung, und war sich sicher: „Das gibt es nicht so oft, dass an einer Schule ein so breites Programm zu diesem Thema angeboten wird.“ Ins Leben gerufen hat diesen (Sucht-)Präventionstag an der BBS Donnersbergkreis Schulsozialarbeiter Joachim Galenschowski. Bereits zum 23. Mal veranstaltete die Berufsbildende Schule diesen Tag die Aktion. Und der Experte zum Thema Prävention zeigte sich mit dem Ablauf sehr zufrieden: „Ich denke es war für jeden Geschmack etwas dabei.“ Besonders beeindruckt zeigte er sich – wie auch viele Schülerinnen und Schüler – von den Berichten persönlich Betroffener. So erzählten Mitglieder der Anonymen Alkoholiker von ihrer Sucht. Aber auch Angehörige suchtkranker Menschen (Al-Anon und Frau Karin Krabbe, familiär Betroffene) gaben Einblicke, was Abhängigkeit nicht nur mit den Betroffenen, sondern auch mit ihren Familien macht. „Es zeigt sich wieder, dass Authentizität für unsere Schülerinnen und Schüler besonders wichtig ist“, sagte Galenschowski.

 

Besonderen Wert legt der Schulsozialarbeiter bei der Planung des Präventionstages darauf, dass jeder und jede Jugendliche individuelle Schwerpunkte setzen kann. So standen den Schülerinnen und Schülern fast 20 Workshops und Angebote zur Auswahl, aus der sich jeder und jede sein eigenes Programm  zusammenstellen konnte. Wer sich sportlich betätigen wollte,  konnte einen Parcours absolvieren, bei den Kaiserslauterer Pikes ein wenig Football ausprobieren,  Colakästen stapeln oder bei Erlebnispädagoge  Sven Weingarth sogenanntes pädagogisches Kämpfen üben. Wer sich lieber ausgiebig informieren wollte, konnte dies in Workshops zu den Themen „Drogen im Straßenverkehr“ (Polizei Kaiserslautern und Rockenhausen), „Cybermobbing“ (AOK und „Tour des Lebens“), „Opferschutz“ (Weißer Ring), „Frühkindliche Schädigung durch Alkohol oder Drogen“ oder  „Häusliche Gewalt“. Gesundheitliche Aspekte standen bei der Rückenschulung oder beim Erste-Hilfe-Crash-Kurs des DRK Kirchheimbolanden im Vordergrund. Wer es lieber besonders anschaulich wollte, konnte beim Musik-Workshop in kurzer Zeit etwas Gitarre lernen, beim Coolness-Training von Stephan Rischkopf Selbstsicherheit einüben, wie man schwierige  Alltagssituationen meistert oder aber im Fahrsimulator des Bunds gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr erfahren, wie schlecht die Reaktionen unter Rauschmitteleinfluss wirklich sind und wie leicht Unfälle dadurch passieren können. Als Ausgleich zu all der Theorie und Praxis gab es einen „Snoezelen-Raum“ zum aktiven Entspannen, sowie verschiedenste Speisen, die Schülerinnen und Schüler der BBS zubereitet hatten.

 

3 Fragen an…

 

… Joachim Galenschowski, Schulsozialarbeiter an der BBS Donnersbergkreis und Initiator des (Sucht-) Präventionstages, mit den Themen Sucht und Gewalt.

 

Wie kam es zur Idee des Präventionstages?
Joachim Galenschowski: Vor 23 Jahren wollten wir dieses wichtige Thema rein theoretisch angehen. Das ging gründlich schief, denn nach 3 bis 4 Unterrichtsstunden Theorie wurde es den Schülerinnen und Schülern langweilig. So kam ich auf die Idee, dass wir einen Mix brauchen: Erlebnispädagogik verbunden mit der Theorie, um einen schülerfreundlichen Zugang zur Thematik zu schaffen. Gedacht ist das Ganze nun als Auftaktveranstaltung für die weitere präventive, schulische Arbeit in den Fächern Sozialkunde, Religion/Ethik und Deutsch.

 

Warum ist ein solcher Tag an einer Berufsbildenden Schule so wichtig?
Joachim Galenschowski: Weil vor allem Alkohol, aber auch Drogen gerade bei Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren immer noch ein zentrales Thema ist. Wir wollen den Schülerinnen und Schülern bewusst machen, welche Auswirkungen Abhängigkeiten haben können. Vor fünf Jahren haben wir den Aktionstag ausgeweitet. Seitdem  stehen nicht nur Drogen und Süchte im Mittelpunkt, sondern auch das Thema Gewaltprävention. Denn es hat sich gezeigt, dass auch hier viele unserer Schülerinnen und Schüler Erfahrungen gesammelt haben.

 

Wie finanziert sich die Veranstaltung?
Joachim Galenschowski: Von Seiten der Schule werden die Unkosten für die Referenten gedeckt, also zum Beispiel  Fahrtkosten oder Materialien. Das Angebot erfolgt jedoch durch alle Experten kostenneutral, viele leiten die Workshops ehrenamtlich.